Das meint zumindest O2 in Großbritannien. Dort bekommt man nämlich neuerdings Post, wenn aus Sicht des Providers das Breitbandnetz durch einen Nutzer überdurchschnittlich stark beansprucht wird. Hält er sich in Zukunft dennoch nicht zurück, wird schlicht und ergreifend die Leitung gekappt.

Seitens O2 gibt es sogar eine eigens dafür eingerichtete Rubrik “Traffic Management” in der Online-Hilfe.

Liest man da mal ein wenig drüber, stößt man unter anderem auf Sätze wie diesen hier:

How much should I cut my broadband use?

Most O2 customers use less than 10GB a month. Aim for that and you’ll be okay.

10GB im Monat? Für eine Internet-“Flatrate”? Selbstverständlich häufen sich da auch die Beschwerden der betroffenen O2-Kunden im Support-Forum des ISPs. Dort findet sich beispielsweise ein User, der einen Anruf von O2 bekam mit dem freundlichen Hinweis, dass sein Traffic im letzten Monat 52GB betrug und er sich doch bitte zukünftig etwas zurückhalten solle:

I had hit over 140gb the previous month and was informed I’d have to reduce that or face being punted off the O2 access package.

Got a call last week to inform me that I was the ‘wrong’ type of customer with the wrong type of internet. I asked what my monthly download was for this month and was told it was 52gb, I thought great god?!, and asked what the FUP limit was. I was told it was 40gb per month for all access customers.

Darüber hinaus spricht O2 nicht nur von “excessive usage”, sondern hat auch unabhängig davon für Peer-to-Peer eine gesonderte Regelung parat:

O2 says the new limits are designed to improve service for the majority of its Home Access customers. Its traffic management systems for non-unbundled packages now also restrict P2P and newsgroup traffic to just 50Kbit/s at peak times - “typically the afternoon and evening”.

O2s Erklärung für die Warnungen per Post bzw. Telefon und die Drohungen, bei Nichteinhaltung die Datenleitung ganz dicht zu machen, ist, dass das Netz durch die betroffenen User angeblich überstrapaziert wird und die Verbindung anderer verlangsamt. Deswegen verlangsamen sie halt bei denen, die “zu viel” hoch- und herunterladen und machen damit das eigene Bandbreiten-Problem zum Problem der Kunden.

Mal sehen, wohin uns das Ganze führt. Das ist das erste Mal, dass ich von solch tiefgreifenden Beschränkungen etwas höre. Die Geschichte scheint gerade erst die Runde zu machen. Hoffentlich bekommt sie auch die entsprechende Publicity, die sie verdient. Bis dahin bleibt überall und besonders bei uns in Deutschland zu hoffen, dass kein anderer Provider auf so eine ausgesprochen bescheuerte Idee kommt, ansonsten heißt es auch für uns:

I’ve been told to use less broadband. What should I do?

Try to download and upload less.

(via)

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